|
„Déjà vu“ - Musikalische Erinnerungen
Matinee im Schweriner Theater
Das Piano-Haus-Kunze aus Alt Meteln bei Schwerin verkauft und pflegt nicht nur Instrumente, regelmäßig lädt es ein zu Konzerten. Am Sonntag zur 3.Matinee im Großen Haus des Schweriner Theaters. „Déjà vu“ war der Titel der Vorstellung, zu der Stefan Malzew zehn musikalische Freunde mit auf die Bühne gebeten hat.
Heute ist Stefan Malzew Generalmusikdirektor der Philharmonie Neubrandenburg, von 1987 bis 2000 war er Kapellmeister in Schwerin und so war das „Déjà vu“ - das sich Erinnern - für ihn eine sehr persönliche Angelegenheit. Woran er plaudernd das Publikum teilhaben ließ. Lustiges fiel ihm ein wie ein verpasster Probenbeginn, Ernsthaftes wie die Matinee 1992, als es um den Erhalt des Schweriner Theaters, der Theaterlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern ging. Doch das waren Anekdoten am Rande, im Mittelpunkt des Vormittags stand die Musik.
Stefan Malzew war verantwortlich für das Programm der Matinee und er brillierte gleich an mehreren Instrumenten: Am Flügel, am Cembalo und an der Klarinette. Die Wahl der Instrumente steckte auch den inhaltlichen Rahmen ab. Es gab nicht das so oft strapazierte „Cross over“, geboten wurde ein Neben-, Mit- und Ineinander verschiedener Klangrichtungen. Beethoven, Prokofjew, Vivaldi, Garner und Brahms standen gleichberechtigt nebeneinander. Es ist schon ein ausgesuchtes Hörerlebnis, wenn bei einem Stück wie „Autumn leaves“ neben Klarinette, Schlagzeug, Klavier auch sieben klassische Streicher mitjazzen. Dass die Jazzer auch in der Klassik bestehen, zeigten sie beim 1. Satz aus dem 5. Brandenburgischen Konzert von J.S. Bach. Bravourös wechselte da Thomas Möckel vom Cembalo zum E-Piano und zurück.
Faszinierender Abschluss war die gemeinsame Interpretation des 1.Ungarischen Tanzes von J. Brahms. Nach hundert Minuten ging ein entspannter Vormittag mit konzentriert und freudig spielenden Musikern und einem begeisterten Publikum zu Ende.
Karin Gustmann
|